Bis zum Himmel und zurück - Catharina Junk | Rezension

Titel: Bis zum Himmel und zurück / AutorIn: Catharina Junk / Verlag: Kindler / Erschienen: März 2018 / Einband: Hardcover / Seitenzahl: 342 / Preis: 17,95 Euro / ISBN 978-3-463-40694-7

Drama, Crime und Love-Stories. Als Drehbuchautorin kann Katja unzählige Leben leben, ohne selbst große Gefühle zu riskieren. Perfekt also. Okay, manchmal kommt Ratko vorbei, aber Liebe ist das eigentlich nicht. Doch als Katja eine Familienserie entwickeln soll, klappt es mit dem Schreiben plötzlich nicht mehr. Ihre eigene Familie ist nämlich ein Trümmerhaufen. Als sich dann ihre Mutter mit einer erschütternden Neuigkeit meldet, wie aus dem Nichts eine Halbschwester auftaucht und Katja ständig an Joost denken muss, kann sie sich nicht länger vor ihrer eigenen Geschichte verkriechen. Die muss nämlich dringend neu geschrieben werden…

Katjas Leben sieht nach außen ganz okay aus: Drehbuchautorin, beste Freundin und in einer Beinahe-Beziehung. Dass eigentlich gar nichts okay ist, gesteht sie sich vor allem selbst nicht ein. Und dann konfrontiert sie ihr Beruf mit ihrer verstrickten kaputten Familiengeschichte.

Catharina Junk erzählt Katjas schwere Geschichte mit großer Leichtigkeit. Alle Figuren wirken authentisch, alle haben ihre eigenen Probleme und Päckchen zu tragen. Und obwohl der Roman auf den ersten Blick nach leichter Lektüre für zwischendurch aussieht, besitzt er doch überraschend viel Tiefgang.

Katja scheint mit ihrem Leben zufrieden zu sein. Schaut man jedoch genauer hin, wird deutlich, dass sie vor ihrer Vergangenheit davonläuft und von starken Schuldgefühlen geplagt wird. Sie versteckt sich hinter einer harten Schale aus Sarkasmus und Humor und lässt Emotionen kaum durchdringen. Dann erhält sie den Auftrag, eine Familienserie zu konzipieren und als ihr Vater im Koma liegt und plötzlich eine Halbschwester vor der Tür steht, von der sie bis dato nichts wusste, wird Katja gezwungen, ihre Probleme anzugehen.

„Also, ich wüsste schon, was die Dramaturgie für eine nächste Serienfolge vorsehen würde, aber was macht man im echten Leben? Wo bleibt eigentlich der Abspann, wenn man ihn braucht?“ S. 51

Katja steht im Fokus der Geschichte, die Nebenfiguren bleiben etwas zurück. Dennoch kann man sich anhand der wichtigsten Eckpunkte ein gutes Bild machen. Catharina Junk ist selbst Drehbuchautorin und konnte der Protagonistin dadurch viele eigene Erfahrungen an die Hand geben. Für mich war der Einblick in diesen Beruf sehr interessant, erfährt man doch im Alltag eher wenig darüber. Ein weiteres Standbein des Buches ist die Astronomie, die in Katjas Familie eine wichtige Rolle spielt und auf die auch der Titel ‚Bis zum Himmel und zurück‘ hindeutet. Mehr möchte ich dazu aber nicht verraten.

Insgesamt ist es der Autorin in meinen Augen hervorragend gelungen, die Themen des Buches miteinander zu verbinden und einen Roman zu schaffen, der eben nicht nur für zwischendurch geeignet ist. In seiner Tiefe und Vielfalt ist er sicher für ein breites Publikum geeignet.

Katja wird gezwungen, sich mit ihrer komplizierten Familiengeschichte auseinanderzusetzen und ihre Probleme nicht länger zu verdrängen. Catharina Junk ist es gelungen, den schweren Stoff der Geschichte wunderbar leicht zu erzählen. Große Empfehlung, das Buch ist weit mehr als ein simpler Roman.

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