Samstag, 16. April 2016

Das Mona-Lisa-Virus | Rezension

Zugegebenermaßen reizen mich Krimis und Thriller in letzter Zeit eher weniger. Eine Ausnahme bilden dabei eindeutig die Bücher von Sebastian Fitzek, aber das wisst ihr ja. Dennoch lese ich nicht nur Fitzek-Thriller! Und zum Beweis gibt es heute die Rezension zu einem Werk, dass mich vor allem aufgrund seines Bezuges zu Leonardo da Vinci und der berühmten Mona Lisa interessiert hat:

Das Mona-Lisa-Virus bei Bastei Lübbe


In Amerika verschwindet eine Gruppe von Schönheitsköniginnen und taucht durch Operationen entstellt wieder auf. In Leipzig sprengen Unbekannte das Alte Rathaus, und in Mailand wird ein Da-Vinci-Wandgemälde zerstört. Gleichzeitig verbreitet sich auf der ganzen Welt ein Computervirus, das Fotodateien systematisch verändert.
Wie hängen diese Ereignisse zusammen? Die Frage muss sich die Bostoner Wissenschaftlerin Helen Morgan stellen, als ihre Tochter entführt wird und die Spur nach Europa führt – hinein in ein Komplott, das in der Schaffung des berühmten Mona-Lisa-Gemäldes vor 500 Jahren seinen Anfang zu haben scheint...


Was haben Schönheitsköniginnen, das Leipziger Rathaus, Bienen, die Mona Lisa und ein Computervirus miteinander zu tun? Auf den ersten Blick vermutlich recht wenig, in Tibor Rodes neuem Thriller jedoch eine ganze Menge...
Das Cover gibt kaum Aufschluss über den Inhalt, zeigt es doch nur das hervorlugende Gesicht der Mona Lisa. Doch damit reiht es sich einerseits in die visuelle Gestaltung der anderen Werke des Autors ein und passt andererseits wunderbar zur Geschichte.

Typischerweise steht bei einem Thriller ein Verbrechen im Mittelpunkt und auch das Mona-Lisa-Virus kommt nicht ohne das ein oder andere aus. Doch das zentrale Thema ist ein anderes: Schönheit. Ästhetik. Perfektion. Für ein Buch dieses Genres doch eher ungewöhnlich und genau der Punkt, der viele Leser reizen könnte.

Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven und von verschiedenen Orten, die über den ganzen Erdball verteilt sind. Zunächst ist das etwas verwirrend, doch die einzelnen Handlungsstränge führen schnell zusammen, sodass man kaum durcheinander kommt. Dabei helfen auch die sehr kurzen Kapitel, die die Spannung extrem hoch halten und den Lesefluss in diesem Fall tatsächlich erleichtern.

Die verschiedenen Perspektiven haben aber auch einen erheblichen Nachteil, denn als Leser weiß man stets über alle Entwicklungen Bescheid. Dadurch wirkt es etwa aber der Hälfte des Buches oft, als würden die Protagonisten in ihren jeweiligen Situationen noch hinterherhinken und der Mittelteil zieht sich etwas in die Länge. Dennoch ist das Finale nicht gänzlich vorhersehbar und der Autor kann am Ende noch einmal überraschen.

Eine Sache sollte man bei der Lektüre nicht vergessen: Die Geschichte ist fiktional. Doch schon die ein oder andere kleine Überspitzung reicht aus, um uns ernsthaft darüber nachdenken zu lassen, welchen Raum Schönheit und das Streben danach in unserem Alltag einnehmen. Tibor Rode gelingt es damit, eine Geschichte zu erzählen, die auch für Nicht-Thriller-Fans interessant sein könnte und ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.


"Das Mona-Lisa-Virus" ist ein spannungsgeladener Thriller inklusive Verfolgungsjagd und Verbrechen, jedoch mit dem untypischen und sehr radikal beleuchteten Thema Schönheit. Verschiedenste Personen und Perspektiven schaffen dabei eine hochinteressante Atmosphäre. Ich kann das Buch auch für Nicht-Thriller-Leser empfehlen!

Kommentare:

  1. Hallo Luise,

    das Buch liegt zur Zeit noch auf meinem SuB. Ich denke aber, dass ich es davon bald befreien kann, denn die Story hört sich wirklich sehr interessant an. Danke für die schöne Buchbesprechung! Bin jetzt echt neugierig geworden :-)

    Liebe Grüße, Kay

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    1. Hallo Kay,

      das Buch müsste tatsächlich etwas für dich sein, lass es lieber nicht zu lange warten ;)

      Liebe Grüße!

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