Donnerstag, 10. August 2017

Das Glück am Ende des Ozeans - Ines Thorn | Rezension

Titel: Das Glück am Ende des Ozeans / AutorIn: Ines Thorn / Verlag: Rowohlt Taschenbuch /
Erschienen: Dezember 2016 / Einband: Taschenbuch / 427 Seiten / 9,99 Euro / ISBN 978-3-499-26698-0
Das Glück am Ende des Ozeans bei Rowohlt


Bremen, 1876: Drei Frauen gehen an Bord eines transatlantischen Dampfschiffes. Jede mit einem Traum im Herzen, jede in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Während der Überfahrt nach New York werden sie zu Freundinnen. Als die schwangere Susanne während einer stürmischen Nacht in Not gerät, eilen ihr die anderen zu Hilfe. Danach ist nichts mehr, wie es war - und ihre Schicksale sind für immer verbunden.

Annett, Susanne und Gottwitha lernen sich auf der Überfahrt nach Amerika kennen. Ein Geheimnis schweißt sie fortan zusammen. Einmal in Amerika angekommen, trennen sich ihre Wege, doch die Schiffsreise bleibt ihnen im Gedächtnis, während jede von ihnen versucht, ihr Glück zu finden.

Bereits Cover und Titel wecken die Neugier auf einen historischen Auswandererroman. Die Freiheitsstatue im Hintergrund steht natürlich nicht nur für Amerika als Zielort, sondern auch als Symbol für die Freiheit, die die drei Frauen suchen.

Ines Thorn erzählt abwechselnd aus der Perspektive von Annett, Susanne und Gottwitha, was diese erleben. Dadurch erhält man zu jeder von ihnen einen nahen Bezug und verfolgt das Geschehen jeweils direkt in der Situation.

Die drei Frauen sind recht unterschiedliche Figuren. Annett ist sehr wissbegierig und glücklich darüber, dass sie als Frau beim Bau der Brooklyn Bridge assistieren darf. Sie nimmt diese Chance dankbar an und verfolgt zielstrebig ihren Weg.

Gottwitha reiste nach Amerika, um in einer amischen Gemeinde zu heiraten. Diese nimmt sie jedoch nur zurückhaltend auf, einige Amische begegnen ihr mit Abneigung. Sie hat deutliche Schwierigkeiten, in ihrem neuen Leben anzukommen und hinterfragt die Gemeinde durch die Erlebnisse auf der Überfahrt zunehmend.

Die schwangere Susanne hat es besonders schwer, denn sie weiß überhaupt nicht, wie es mit ihr weitergehen wird. Sie schließt sich einer Gruppe Huren an, die sich auf den Weg zu den Goldgräbern machen.

Allen ist deutlich anzumerken, dass ihre Charaktere sich gegenseitig prägen. Obwohl sie getrennter Wege gehen, sind sie gedanklich doch stets verbunden.

Der Autorin gelingt es durch die unterschiedlichen Perspektiven sehr gut, das Ende des 19. Jahrhunderts in den USA facettenreich zu beleuchten. Gegen Ende gibt es bei jeder der Frauen nochmal einen Wendepunkt oder Überraschungsmoment, was für meinen Geschmack dann doch recht konstruiert war. Leider wurden die Geschehnisse danach im Gegensatz zur sonst so detaillierten Geschichte auch nur sehr kurz behandelt. Das passte für mich nicht ins Gesamtbild. Insgesamt ist Ines Thorn aber ein toller historischer Roman gelungen, der auf mich sehr gut recherchiert wirkte.

Ines Thorn erzählt in „Das Glück am Ende des Ozeans“ die ungewöhnliche Geschichte dreier Frauen, die als Auswanderer Ende des 19. Jahrhunderts ihr Glück in den USA suchen. Durch die drei Perspektiven entsteht ein vielschichtiges Abbild der Zeit. Fans historischer Romane sollten hier zugreifen.

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