Freitag, 19. Mai 2017

Meine vielseitigen Geliebten. Bekenntnisse eines Bibliomanen - Jacques Bonnet | Rezension

Titel: Meine vielseitigen Geliebten – Bekenntnisse eines Bibliomanen / AutorIn: Jacques Bonnet /
Originalsprache: Französisch / Originaltitel: Des bibliothèques pleines de fantômes / Verlag: Droemer /
Erschienen: März 2017 / Einband: Taschenbuch / 146 Seiten / 9,99 Euro / ISBN 978-3-426-30135-7
Meine vielseitigen Geliebten bei Droemer Knaur


Für den Büchermenschen Jacques Bonnet sind Bücher »Schatztruhen aus Papier«. Jedes von ihnen ist einzigartig und erzählt eine unverwechselbare Geschichte. Bonnet teilt seine Wohnung mit mehreren Zehntausend Büchern. Doch mitunter treiben ihn seine vielseitigen Geliebten in den Wahnsinn: Wie sortiert man eine solche Bibliothek, und wie lebt es sich Seite an Seite mit all den Schätzen? Liebevoll und selbstironisch erzählt er von seiner Leidenschaft und vom Glück, das man nur in Büchern findet.

Jacques Bonnet - bekennender Bibliomane und Besitzer mehrerer zehntausend Bücher. Mehr brauchte es nicht, um meine Neugier zu wecken. Auf 147 Seiten erzählt der Autor in neun Kapiteln mit einigen Anekdoten von seiner Büchersammlung.

„Grundsätzlich […] teilen die Bibliomanen sich in zwei Kategorien: die Sammler und die begeisterten Leser.“ (S. 28)

Es werden Themen wie das Zustandekommen einer derartigen Sammlung, ihre Ordnung oder generell das Lesen angesprochen. Der Autor schreibt sehr gewählt, dabei aber humorvoll. Natürlich kann er nur von seinen subjektiven Erfahrungen berichten, als eine Art Universalanleitung kann das Buch also nicht dienen.

In einigen Abschnitten werden extrem viele Autoren und ihre Werke genannt, die meisten von ihnen Franzosen und mir unbekannt. Das hat den Lesefluss leider erheblich gestört und ich habe entsprechende Abschnitte häufig nur überflogen, zumal ich sie inhaltlich auch nicht sehr interessant fand. Bonnets Leidenschaft fürs Büchersammeln wurde dadurch aber schön veranschaulicht.

„Eine Bibliothek ist das, was dem irdischen Paradies am nächsten kommt.“ (S.19)

Wenn Bonnet von „Bibliothek“ spricht, dann meint er seine Büchersammlung, konkret also eine Privatbibliothek und keine Bibliothek im Sinne einer Einrichtung wie zum Beispiel einer Stadtbibliothek. Eine solche Sammlung wirft Probleme auf, bei denen ich mich gelegentlich selbst ertappt fühlte. Zum Teil war ich aber auch froh, mich um wesentlich weniger Bücher als Bonnet kümmern zu müssen. Vielleicht sind seine Ausführungen gerade dann besonders interessant, wenn man sieht, dass andere Menschen in ihrer Sammelleidenschaft deutlich „verrückter“ sind, als man selbst es ist.

Insgesamt ist das Buch eine schöne Lektüre für zwischendurch. Verschlingt man jedoch ein Kapitel nach dem anderen, kann es schnell anstrengend und ermüdend werden, denn Bonnets Worte brauchen ein bisschen Zeit, um zu wirken.

„Meine vielseitigen Geliebten“ ist ein schönes Buch für alle Bibliophilen. In einigen Abschnitten erkennt man sich selbst wieder und die liebevolle Art des Autors ließ mich so manches Mal schmunzeln. Ich würde tatsächlich empfehlen, das Buch nicht gänzlich am Stück zu lesen, sondern immer mal wieder ein Kapitel zwischendurch.

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