Montag, 27. Februar 2017

Cruelty. Ab jetzt kämpfst du allein - Scott Bergstrom | Rezension

Titel: Cruelty - Ab jetzt kämpfst du allein / AutorIn: Scott Bergstrom / Originalsprache: Englisch /
Originaltitel: The Cruelty / Reihe: Gwendolyn Bloom - Band 1 / Verlag: Rowohlt Polaris / Erschienen: Februar 2017 /
Einband: Klappenbroschur / 428 Seiten / 14,99 Euro / ISBN 978-3-499-27266-0
Cruelty bei Rowohlt


Vor zehn Jahren wurde Gwens Mutter ermordet, nur ihren Vater hat sie noch. Doch kurz nachdem er zu einer Geschäftsreise nach Paris aufgebrochen ist, stehen zwei Unbekannte vor Gwens Tür und erzählen eine unglaubliche Geschichte: Ihr Vater ist eigentlich CIA-Agent – und bei einem Einsatz spurlos verschwunden. Wurde er entführt? Wollte er dem Geheimdienst den Rücken kehren?
Als die Ermittlungen eingestellt werden, macht Gwen sich selbst auf die Suche. Eine gefährliche Reise über mehrere Kontinente beginnt, immer dem Zentrum der Gefahr entgegen. Und Gwen erkennt: Wenn man seine Gegner besiegen will, muss man mindestens so hart und grausam werden wie sie!

Gwendolyn ist 17 Jahre alt, als ihr Vater plötzlich verschwindet und sie erfährt, dass er gar kein Diplomat, sondern CIA-Agent ist. Als die Ermittlungen eingestellt werden, fängst sie selbst an, nach ihm zu suchen und es folgt eine rasante und actionreiche Geschichte.

Durch den leuchtend orangefarbenen Schriftzug auf dem Cover und den entsprechend eingefärbten Buchschnitt fällt das Buch sofort ins Auge. Die gesamte Gestaltung passt hervorragend zu einem Thriller und der Titel „Cruelty“ bekommt im Laufe der Geschichte noch eine besondere Bedeutung.

Scott Bergstrom gelingt es sehr gut, den Leser durch genaue Beschreibungen an die einzelnen Handlungsorte zu bringen. Was die Innerlichkeit der Figuren, sprich Gwen, denn aus ihrer Perspektive erfahren wir alles, angeht, weist sein Schreibstil jedoch Schwächen auf. Mir fiel es oft schwer, mich in sie hineinzuversetzen, da aus ihren Gedanken und Gefühlen nur das Wesentliche widergegeben wird und ich sie dadurch als Person kaum fassen konnte.

Gwendolyn macht in der Geschichte eine unglaubliche Entwicklung durch: Vom unschuldigen Highschool-Schüler, der all das Reisen durch den Job des Vaters leid ist, hin zum eiskalten Kämpfer und Killer. Wie erwähnt, fiel es mir durch den Schreibstil nicht leicht, das alles nachzuvollziehen, andererseits ist das wohl ohnehin kaum möglich, wenn man selbst nichts Vergleichbares erleben musste.

„Ich hatte mir das Böse, das mir meinen Dad genommen hat, irgendwie mächtig vorgestellt, groß und brillant und monumental, quasi wie ein Flugzeugträger, der auch Schach spielen kann. Aber dieses Böse ist nur deshalb mächtig, weil es klein und hirnlos ist – und weil es aus vielen besteht.“ (S. 209)

Wir begleiten Gwendolyn auf einer Art Schnitzeljagd bei der Suche nach ihrem Vater quer durch Europa, immer wieder wird sie mit neuen Situationen konfrontiert. Insgesamt hat sie dabei mehr Glück als ich es für realistisch halte. Das Spannungslevel wird durch diese Schnitzeljagd aber die ganze Zeit über hoch gehalten, denn man weiß nie, was als nächstes passiert. Das Ende des Buches kam sehr abrupt und war für mich leider recht unbefriedigend. Vieles bleibt offen, auf das man sich spontan auch erstmal keinen Reim machen kann. Aber wie es scheint, ist eine Fortsetzung geplant, die hier auch dringend nötig ist, um die Geschichte abzuschließen.

Der Autor hat seiner Geschichte eine starke Heldin in den Mittelpunkt gestellt, doch was er uns über die Grausamkeiten dieser Welt und besonders in den großen Touristenmetropolen erzählt, ist noch viel wichtiger und das eigentliche Ansinnen dieses Buches. Das gelingt Scott Bergstrom meiner Meinung nach exzellent.


„Cruelty“ ist ein actionreicher Thriller mit einer starken Hauptfigur, die sich enorm weiterentwickelt. Der Autor legt seine Aufmerksamkeit vor allem auf die Grausamkeiten in großen Metropolen, die einem als Tourist meist entgehen. Für ein paar Schwächen muss ich jedoch einen Punkt abziehen.

Kommentare:

  1. Immer wieder interessant, zu lesen, wie andere ein Buch empfinden. Meine Rezi kennst du ja. Irgendwie hatte ich hier den Eindruck, dass es mir als Jugendliche damals besser gefallen hätte.

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    1. Das kann sein, aber damals haben wir wohl auch einfach noch nicht so genau analysiert wie heute ;)

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