Sonntag, 15. November 2015

„Das beste Buch der Welt“ ist… nicht das beste Buch der Welt | Rezension

„Das beste Buch der Welt“ ist nicht das beste Buch der Welt. Aber das haben wir doch auch gar nicht erwartet, oder? Für das beste Buch der Welt wäre dieser Titel schließlich viel zu prahlerisch.
Ist es denn zumindest ein gutes Buch?

Das beste Buch der Welt beim Dumont Buchverlag


Titus Jensen, ein eher mäßig erfolgreicher Schriftsteller mit  unmäßigem Alkoholkonsum, will endlich einen richtigen Bestseller landen. Beim Zechen mit dem gefeierten Dichter Eddie X kommt er auf die glorreiche Idee: Wie wäre es, wenn er die Vorzüge sämtlicher Genres in einem einzigen Buch vereint, um es gleich auf mehreren Listen in die Top-Charts zu bringen?
Sofort macht Titus sich ans Werk und entwickelt eine ungeahnte Produktivität, auch dank seiner bezaubernden Lektorin Astra, die mit Charme und Tricks das Beste aus ihm herauskitzelt. Der ersehnte Durchbruch scheint zum Greifen nah, da macht ihm Eddie X einen Strich durch die Rechnung: Auch der scheinheilige Poet hat an der Idee des weltbesten Buchs Feuer gefangen und will Titus um jeden Preis zuvorkommen ...
Peter Stjernström nimmt die Suche nach dem großen Erfolg aufs Korn und erzählt dabei eine absolut bestsellerverdächtige Geschichte - mit frechem Witz und voller Überraschungen.


 
Leider muss ich euch enttäuschen. Ich wollte, dass dieses Buch gut ist. Ich wollte ihm eine Chance geben, obwohl mir schon die ersten 20 Seiten nicht sonderlich gefallen haben. Bis zum Schluss habe ich es gelesen und ja, wie das meistens so ist: Am Ende ist es dann doch ganz spannend und man kann es nicht mehr zur Seite legen, will unbedingt wissen, wie die Geschichte nun endet.
Aber alles davor?

Die Hauptrolle spielt ein Schriftsteller, Titus Jensen, den wir zu Beginn jedoch nicht in seiner Berufung kennenlernen. Er raucht viel, trinkt viel und führt überhaupt ein ziemlich heruntergekommenes Leben. Man kann sich kaum vorstellen, dass er tatsächlich in der Lage ist, einen halbwegs guten Roman zu verfassen.

Dann hat er die entzündende Buchidee, nämlich das beste Buch der Welt zu schreiben, stürzt sich Hals über Kopf in die Arbeit und plötzlich geht es wieder bergauf mit ihm. Vielleicht durchaus möglich, allerdings doch etwas unrealistisch in der Variante, wie es im Buch passiert. Dazu kommt eine vermeintliche Konkurrenz, die Titus zunehmend in pure Paranoia treibt. Während die Handlung anfangs eher vor sich hin tröpfelt, geht es gegen Ende wirklich heiß her. Das hätte besser verteilt sein müssen, einen echten Spannungsbogen kann man das kaum nennen.

Der auf dem Klappentext versprochene freche Witz blieb für mich leider aus, dabei bin ich sonst immer für Humor zu haben. Vieles wirkte für mich sehr gestellt, insbesondere erschienen mir jegliche Dialoge unrealistisch, so redet einfach keiner.

Der Schreibstil ist mir beim Lesen immer wieder aufgestoßen: Mal las es sich sehr flüssig, dann wieder gar nicht. Manches wirkte unausgereift und eher schnell niedergeschrieben, statt wirklich durchdacht. Ich dachte schon, es läge vielleicht an der Übersetzung, aber nein. Peter Stjernström hatte zwei Koautoren, die anonym bleiben wollten, schreibt er in der Danksagung. Das Zusammenspiel der Texte ist in meinen Augen nicht gelungen.


Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass mir „Das beste Buch der Welt“ nicht gefallen hat. Weder sprüht es vor Humor, noch kommt es mit sonderlich sympathischen Charakteren daher und der Schreibstil ist nur schwerlich genießbar. Die grundlegende Handlungsidee ist zwar durchaus interessant, in dieser Form aber einfach schlecht umgesetzt. Von mir gibt es keine Leseempfehlung.

Kommentare:

  1. Das ist ja schade, dabei wollte ich das Buch bisher immer unbedingt lesen. Wird jetzt wohl nichts mehr draus. Immerhin, ein Titel weniger auf meiner WuLi.

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    1. Das Buch ist wirklich schwierig einzuordnen, deshalb kann ich dir nichts garantieren, aber ich schätze, es würde dir auch nicht besonders gefallen.

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  2. Oh mann schade.. hatte das Buch bisher nicht auf dem Schirm, aber demfall bleibt das auch so..

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    1. Man muss wohl auch mal danebengreifen... Eigentlich klang es wirklich gut und interessant, aber jetzt kann ich nur davon abraten :(

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  3. Oh nein wie schade, zu mal ja die Aufmachung des Buches wirklich toll ist und auch schön klingt.

    LG Piglet <3

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    1. Fand ich auch, es sieht echt irgendwie cool aus...

      Liebe Grüße!

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