Freitag, 18. Juli 2014

{Rezension} Wanderer durch die Zeiten - Anja Buchmann


Ich danke der Autorin Anja Buchmann für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
  
Wünscht sich nicht jeder bisweilen, in der Zeit zurückzureisen und vergangenes Unrecht ungeschehen zu machen? Doch was, wenn Zeitreisende einander bekämpfen und die Welt dabei in den Abgrund reißen?

Die Bruderschaft aller Zeitenwanderer sieht sich erstmals mit einer weiblichen Zeitreisenden konfrontiert, der Studentin Marie, die im Berlin der Gegenwart lebt. Viel Zeit bleibt ihr nicht, sich mit ihrer Gabe vertraut zu machen, denn schon findet sie sich in einem Kampf um die Zukunft der Welt wieder. Welche Opfer ist sie bereit, für die Menschheit zu bringen?

 
Das Leben von Marie wird auf den Kopf gestellt, als sie auf den Zeitreisenden James trifft, der sie über ihre Gabe aufklärt. Die Umstände sind völlig außergewöhnlich, eine "normale" Ausbildung von Marie ist nicht möglich und der Kontakt zur Bruderschaft der Zeitenwanderer problematisch, da sie isoliert wurde. Gelingt es Marie und James, die Isolierung zu beheben und die Ursache für die plötzlichen Störungen im Zeitgefüge zu finden?

"Wanderer durch die Zeiten" spricht mich vom Cover her nicht so sehr an. Ich bin froh, dass ich einen Blick auf den Klappentext geworfen habe, der mich neugierig gemacht hat. Im Nachhinein finde ich, dass das Cover auch nicht allzu gut zum Inhalt passt. Eine Abbildung des Zeitstrudels hätte mir beispielsweise besser gefallen.

Es ist schwierig, den Schreibstil der Autorin zu beschreiben. Gerade zu Beginn finden mehrere schnelle Sprünge zu verschiedenen Personen in verschiedene Zeiten statt. Dabei gibt es nur wenige Beschreibungen. An anderer Stelle sind die Beschreibungen hingegen sehr detailliert. Manchmal wirkte der Text unkorrigiert, dann aber auch wieder sehr ausgereift. Nach einiger Zeit hatte ich mich daran gewohnt, bin aber dennoch über die ein oder andere Stelle gestolpert.

Die Protagonisten haben mir alle gefallen. Besonders James fand ich sehr sympathisch und glaubwürdig. Über Gideon habe ich mir jedoch immer wieder den Kopf zerbrochen, da waren einfach so viele unbeantwortete Fragen. Marie wirkte leider oft nicht wie jemand aus der Gegenwart. Ihre Sprache war zu ausformuliert und auch ihr Handeln konnte ich nicht immer vollständig nachvollziehen.
Sehr gut dargestellt war die "Hierarchie" unter den Brüdern. Wie sie in ihrer Isolation verzweifeln, wie Thomas eingreift. Das fand ich wirklich toll gemacht!

Insgesamt gefiel mir die Geschichte gut. In der Umsetzung verschenkt die Autorin leider viel Potenzial. Gespräche werden oft nur beschrieben und nicht ausgetragen. Auf wenigen Seiten passiert sehr viel. Mehr Be- und Umschreibungen hätten ein wenig Ruhe in die Handlung gebracht ohne sie aufzuhalten. Man erfährt zwar, was passiert, hat aber nicht das Gefühl, dabei zu sein. Schade.

Der Fantasy-Roman "Wanderer durch die Zeiten" unterhält mit einer interessanten Geschichte. Leider gibt es in der Umsetzung noch einige Mängel, die den Lesegenuss trüben. Ich vergebe 3 Lesebändchen.

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