Samstag, 16. November 2013

{Rezension} Die Gabe der Zeichnerin



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Geheimes Doppelleben zwischen Berufung und der großen Liebe

Der Dombau zu Aachen - das größte Rätsel, das Karl der Große der Nachwelt hinterlassen hat.
Wie konnte es im Frühmittelalter gelingen, seine mächtige steinerne Kuppel zu wölben? Als noch niemand im Abendland die Fertigkeiten dafür besaß? Den Schlüssel zur Lösung hält eine begabte junge Frau aus Bagdad in Händen …

„Die Gabe der Zeichnerin“ - ein geheimnisvoller Titel, der mich sehr neugierig macht. Dazu ein eher schlichtes, aber ansprechend gestaltetes Cover. Im Vordergrund ein Zirkel, passend eingefügt in die Titelschrift, sowie ein Granatapfel, der für Farbe sorgt und natürlich symbolisch zu verstehen ist. Im Hintergrund der Grundriss des Aachener Doms mit dem Siegel von Karl dem Großen.

In der Leserunde auf LovelyBooks wurde Frau Kempffs Schreibstil heiß diskutiert. Ich gehöre zu den Befürwortern. Einige Begriffe sind im Glossar erläutert, ansonsten fand ich die Sprache sehr gut zu verstehen. Es wird nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt, der Leser muss auch selbst mitdenken. Dennoch lässt sich das Buch flüssig lesen und man wird auch ohne allzu viele Überlegungen gut unterhalten.

Obwohl mir die Protagonisten sehr gefielen, kann ich nachvollziehen, dass sie anderen zu blass geblieben sind. Auch hier gilt: Mitdenken. Trotzdem hätte ich mir an mancher Stelle eine genauere Beschreibung gewünscht, gerade in Bezug auf Alter und Aussehen hatte ich ab und an Probleme, mir die Figuren vorzustellen.

Historische Romane lese ich immer wieder gern, besonders, wenn sie gut recherchiert sind. Hier hat die Autorin alle Erwartungen übertroffen, selbst in der Leserunde hat sie uns noch mit zusätzlichen Hintergrundinformationen versorgt.
Es werden geschickt mehrere Handlungsstränge miteinander verknüpft. So spielt natürlich der Aachener Dombau eine wichtige Rolle, doch auch die Entwicklung der Protagonisten fällt nicht unter den Tisch. Und auch die kleinsten Nebenhandlungen sind hervorragend ausgearbeitet.
Was mir ebenfalls gut gefiel: Historische Ernsthaftigkeit und Geheimniskrämerei werden mit unterhaltsamem Humor unterlegt. Zudem ist Platz für Religion und Mystik, sodass ein gewisser Märchencharme nicht fehlt.


An mancher Stelle hätte man Beschreibungen vertiefen können, ansonsten haben wir hier einen hervorragend recherchierten mystisch angehauchten historischen Roman, der gekonnt intellektuelle Unterhaltung bietet.

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